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Bratak Grandios beim Großen Preis

Beruflich hatte ich mich dieses Jahr gegen eine Teilnahme bei der Europameisterschaft in Magdeburg entschieden. Doch um ein wenig Luft bei selbiger zu schnuppern, stand für mich ein Start beim Großen Preis von Magdeburg fest. Dieser wird traditionell zum parallel stattfindenden Nationenwettbewerb ausgetragen und lief über drei Runden.


Von einem Skatfreund gab es die Ansage, gemeinsam mit meinem Mannschaftskollegen, Julian alias bratak, eine 8000 zu erspielen.


Die erste Serie startete für uns beide unspektakulär. Ich bekam einen späteren EM-Finalisten, Uwe Mau, an den Tisch und erspielte mit 8:3:5 bescheidene 870 Punkte. Julian erwischte mit 14:3:2 und 1122 Zählern einen besseren Start.


Sehr erfreulich lief es dagegen in der zweiten Runde für mich. Mit 14:0:7 und knapp 1000 Spielpunkten konnte ich mich kaum gegen die Flut guter Karten erwehren und landete am Ende bei 1873 Punkten. Einziger Wehrmutstropfen war beim Stand von 1600 Punkten in Spiel 40 in Mittelhand sitzend folgende Karte:

Vorhand hielt zu meinem Entsetzen 48 und sagte nach der Drückung Grand an, den er mit drei Buben und 5 Pik ohne ein Ass in der Hand verlor. Wegen der Befürchtung von drei Buben und mindestens einer Farbe frei, passte ich bei 48. Im Nachhinein stellte sich heraus, dass er alle Farben mindestens einmal bedient und mir eine blanke 10 hätte zugeben müssen. Der Grand Hand wäre bei korrektem Spiel meinerseits gewinnbar gewesen. Dadurch ist mir vielleicht eine 2000er Liste entgangen. Dennoch war ich mit fast 2800 Punkten aus zwei Runden sehr zufrieden.


Julian erspielte sich mit 15:0:3 eine weitere aussichtsreiche Liste und beendete die zweite Runde mit 1361 Punkten.


Das erfreuliche Material aus meiner zweiten Liste, verwöhnte nun in der letzten Runde Julian umso mehr. Dieser stand bereits zur Halbzeit auf 1000 Punkten und konnte diese in der zweiten Hälfte sogar verdoppeln! Das Überschreiten der so seltenen 2000er Marke verhalf zu einem Gesamtpunktestand von 4563 und hievte ihn sogar ganz nach oben auf dem Treppchen!


Meinen herzlichen Glückwunsch zum Titel des Großen Preis der Stadt Magdeburg, lieber Julian!

(v.l.n.r.: 2. Reiner Seidel, 1. Julian, 3. Manfred Matschulat)


„Wenn ich den verliere, laufe ich zu Fuß nach Hause!“


Mit 11:1:4 und 1081 blieb mir der ganz große Sprung in die Top 10 leider verwehrt und auch an diesem Tisch wiederholte sich ein ähnlicher Fall wie in Spiel 40 der Runde zuvor.

Ich hielt in Mittelhand dieses Blatt und passte bei 22. Vorhand nahm den Skat auf und zeigte mir zu meinem Entsetzen die beiden Mittelbuben, was für mich mindestens ein Grand mit 3 Schneider bedeutet hätte.

Nun annoncierte er mit dieser Karte erzwungen Grand und spielte den Karo König aus, welchen ich mitnahm und von meinem Partner das Kreuz Ass bekam (+26). Im Verlauf hatten wir durch meine Karo Dame und Kreuz 10 schon +39. Nachdem ich überlegte, wie es weitergeht, sagte der Alleinspieler:


"Wenn ich den verlieren, laufe ich zu Fuß nach Hause!"


Als ich Herz Ass und 10 verweigerte, wurde es dem Alleinspieler im 9. Stich klar: "Ich glaube, ich muss doch nach Hause laufen."

Mit den beiden letzten Stichen machten wir noch +18 und +7 für 64 Augen und gewannen. Ein schwacher Trost, wenn man bedenkt (hypothetisch), dass ich mit diesem Spiel wohl in den Top10 gelandet wäre, wenngleich ich auch mit einem Handspiel das Reizen nicht gewonnen hätte.


Als Tandem zusammen 8387 Punkte


Manche von euch haben vielleicht schon den Taschenrechner gezückt. Wenn es eine Tandemwertung gegeben hätte (und wir hätten im Falle selbiger auch Tandem gespielt), dann wäre die Zielvorgabe unseres Skatfreundes von 8000 Punkten leicht verfehlt gewesen.


Und hier die ersten 20 Plätze des Großen Preis von Magdeburg:

„Hast du schon mal was gewonnen?“


Eine witzige Anekdote berichtete mir Thomas Kinback (mit 3948 Punkten Platz 10) nach dem Turnier. Er saß in der dritten Runde mit Andy Kuhnt am Tisch. Im Verlaufe der Liste, fragte Thomas:


„Ich glaube, ich habe deinen Namen neulich mal gelesen.“

Andy: „Ja, ich bin aktueller Deutscher Einzelmeister der ISPA. Du kommst mir aber auch bekannt vor.“

„Ich bin Thomas Thomas Kinback.“

Andy: „Ah, hast du schonmal was gewonnen?“


Für diejenigen, die sich fragen, was daran so witzig ist, schaut mal hier.


Wenn ihr Julians Erfolg beim Großen Preis und seine Teilnahme an der EM nacherleben möchtet, kann ich euch seinen YouTube Kanal wärmstens empfehlen.


Alle Ergebnisse (Junioren, Damen, Senioren, Mannschaft, Tandem, Mixed, Nationen-, Tages- und Serienwertungen, Finale) sind auf Skat Guru nachzulesen.


Für mehr Bilder und Berichte empfehle ich euch die brandneue Webpräsenz der ISPA.


Nächstes Jahr findet die Skat Weltmeisterschaft in Katowice statt.


Vielleicht sehen wir uns dort.


Bis dahin alles Gute.


Euer Jörg

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