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Chroniken einer (An)Reise

Aktualisiert: 26. Aug. 2022


Flugenhafen Zürich Blog Alpenblick Cappuccino

Während ich in der Flughafenbar Alpenblick sitze, den teuersten Cappuccino meines Lebens genieße (inklusive eines Schusses Vanillesirup umgerechnet 8,-) und die unverhofften 90 Minuten mehr an Wartezeit für diesen Blog nutze, wundere ich mich gleichzeitig über den Namen der Bar. Denn wenn ich aus dem Fenster hinaus auf die Rollfelder blicke, beschleicht mich eher das Gefühl ich befände mich im Sauerland oder einer anderen deutschen Mittelgebirgsregion. Dieser Eindruck drängte sich mir beim Landeanflug auf Zürich schon auf – eine Anreihung hügeliger Waldflächen und eines agrikulturellen Flickenteppichs. Aber für meine verzerrte Erwartungshaltung kann ja das Kanton nichts.


Wie würde ein Kanadier jetzt sagen? „You are getting ahead of yourself.”


Touché.


Also von vorn.


Der Wecker ruft um 3:45 nach Aufmerksamkeit. Eine Zeit zu der ich nach einem Dienst gewöhnlich ins Bett gehe.


Während ich ein Brötchen für unterwegs zubereite, sitzt Freddy schon erwartungsvoll vor der Haustür. Da ich gut in der Zeit liege, kann ich eine kurze Runde Gassi mit ihm gehen, wodurch seine Mama länger im Bett liegen bleiben kann.


Ich gebe meiner Familie einen Abschiedskuss und nach gefühlt Monaten verlasse ich zum ersten Mal wieder das Haus mit geschlossenen Schuhen und Socken um meine Füße und in langer Hose. Die Kompressions-Calves gegen anschwellende Füße habe ich natürlich schon übergestülpt.


Travel Hack Nr. 1: Kompressionssocken gegen dicke Beine verwenden.

Am Abend zuvor habe ich eingecheckt und geistesgegenwärtig noch meinen Sitzplatz auf die drittletzte Reihe am Gang geändert. Der angezeigte Platz neben mir bleibt sogar während des Fluges noch frei. Selbiges Glück wird mir für die Anschlussflüge nach Toronto und Edmonton nicht zuteil – beide Male schön einen Mittelplatz. Merke:


Travel Hack Nr. 2: Rechtzeitig vor dem Reisetag online einchecken und die Chancen auf einen Wunschsitzplatz wahren.

Stop 1: Zürich, Flugdauer 1:00 Stunde



Nach der Landung in ZRH klagt eine junge Dame hinter mir: „Die haben ja die Verabschiedung auf Hochdeutsch angesagt.“


Als erste Amtstat orientiere ich mich zunächst am timetable nach meinem Anschlussflug gen Toronto. Gate E23. Wofür steht das E eigentlich? Emigration? Einreise? Entfliehen? All of the above?


Die confoederatio helvetica (CH) könnte ein gutes Omen für mich werden, denn es läuft eine Anfrage, für die Schweizer Nationalmannschaft zu spielen. Daumen drücken.


Zur Passkontrolle führt uns eine Rolltreppe, die so langsam fährt, dass ich eine Gruppe Ameisen dabei besatteln könnte. Note to myself: Nach der Rückreise Fortbildungen zum Ameisenbesattler prüfen.


Stop 2: Toronto, Flugdauer 8:35 Stunden



Ich habe Glück und darf am Fenster sitzen. Naja, nur halb. Genau auf Höhe der Tragfläche.

Fasziniert war ich von einer für mich neuen Technologie, die es ermöglichte, automatisch die Fenster zu dimmen, weshalb es auch keine manuellen Fensterklappen an Board gab.


Zwei Martial Arts lastige Filme (Crouching Tiger, Hidden Dragon + Mortal Kombat), der Thriller Cupido, zwei Mahlzeiten und ein paar Nickerchen (Ich hätte auf meine Freundin hören und ein Nackenkissen mitnehmen sollen. Aua.) haben die Zeit wie im Flug vergehen lassen. hahaha


Travel Hack Nr. 3: Nackenkissen mit Unterwäsche ausstopfen. So sind Socken und Schlüpfer immer mit dabei und sparen Platz im Koffer.

Stop 3: Edmonton, Flugdauer 4:00 Stunden



Die letzten 4 Stunden ziehen sich dann wie Kaugummi. Doch irgendwann sind auch die vergangen und ich betrete zum sechsten Mal Nordamerikanischen Boden. Erstmals mache ich keinen Halt an der Gepäckausgabe. Handgepäck only sei Dank. : )


Travel Hack Nr. 4: Travel light, travel smart. Travel with Handgepäck als einzje Art.

Auf der halbstündigen Taxifahrt zu meiner Unterkunft entlang einer dreispurigen Bundesstraße mit einem gräsernen Mittelstreifen von vielleicht 30m Breite begrüßen mich alte Bekannte: The Home Depot, Stables, Denny´s, Wendy´s, Nordstrom, Ikea.


Apropos Begrüßung:

Dieser Anblick bietet sich uns dar, als wir erstmals den North Saskatchewan River überqueren.


Nach einer sehr willkommenen Dusche liege ich endlich im Bett und falle nach ein paar Seiten in Cupido in ein 7-stündiges Koma.

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1 Comment


Julian Nowakowski
Julian Nowakowski
Aug 10, 2022

Wenn du Teil der Schweizer wirst, dann bitte jeden Tisch mit "Grüezi, gut's Blättle" beginnen.

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